Katholische Kirche

Baienfurt – Baindt

Kreuzwegstationen Baienfurt

VIII. Station

Bernhard Staudacher

 

Der Kreuzweg in Baienfurt von 1931/32

 

VIII. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen – „weint nicht um mich, weint um euch und eure Kinder“ (Lk 23,28)

Schenk fügte hier seine 1930 im Alter von nur 32 Jahren unerwartet an Nierenversagen verstorbene Ehefrau Annemarie, geborene Weiss in den Kreuzweg ein. Sie stammte aus einer wohlhabenden großbürgerlichen Familie aus Weimar.

Zur Zeit der Eheschließung 1924 trug sie – der damaligen Mode entsprechend – kurzes Haar. In einer später von Schenk geschaffenen Büste (Gips, bronzefarben gefasst) trägt sie langes Haar, das in zwei geflochtenen Zöpfen endet, die seitlich über die Ohren genestelt sind.

Die Arbeiten an der VIII. Station fielen in die Zeit ihres zweiten Todestages im Februar 1930. Erhaltene Briefe und Widmungen belegen eine tiefe und innige Beziehung zwischen Schenk und seiner Frau. Die Einfügung Annemaries in diese Station kann daher als Ausdruck von Trauerbewältigung und fortdauernder Verbundenheit verstanden werden.

Die beiden Kinder ihr gegenüberstehen, ein Mädchen und ein Junge, sind wohl als Anspielung auf seine eigenen Kinder Agathe (*1926) und Peter (*1928) zu deuten. Während der Arbeiten am Kreuzweg gab er sie – wie bereits während seiner Palästinareise 1930/31 – erneut in die Obhut von Verwandten.